Mit der Zustimmung von zehn der elf GVROE-Gemeinden zur neuen öffentlich-rechtlichen Anstalt Sanadura nimmt die künftige Trägerschaft der Gesundheitsversorgung im Oberengadin konkrete Form an. Sanadura wird in der Region für eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung sorgen. Damit die neue Anstalt ihren Auftrag erfüllen kann, wurden nun ihre Organe bestellt und erste operative Entscheide umgesetzt.
Gesundheitsrat eingesetzt
Der Gesundheitsrat setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Trägergemeinden zusammen. Ihm gehören an:
Jörg Meyer, Sils i.E.; Daniel Bosshard, Silvaplana; Isabel Wenger, St. Moritz; Nadia Höhener-Puorger, Pontresina; Cristina Fasol Cerutti, Celerina; Alice Bisaz, Samedan; Ladina Christoffel, Bever; Enrique Steiger, La Punt; Ruet Ratti, Madulain; Paolo Bernasconi, S-chanf.
Zur Vorsitzenden des Gesundheitsrats wurde Isabel Wenger gewählt. Den Vizevorsitz übernimmt Nadia Höhener-Puorger.
«Der breite Rückhalt aus den Gemeinden ist ein starkes Signal. Mit Sanadura schaffen wir Strukturen, damit die Gesundheitsversorgung im Oberengadin verlässlich, wirtschaftlich und bedarfsgerecht weitergeführt werden kann», sagt Isabel Wenger, Vorsitzende des Gesundheitsrats.
Da der Gemeinderat von Zuoz seinen Entscheid auf unbestimmte Zeit vertagt hat, bleibt die Gemeinde bis auf Weiteres ausserhalb der neuen Trägerstruktur. Bis zu einem entsprechenden Beschluss ist Zuoz im Gesundheitsrat nicht vertreten und an der Ausgestaltung der Gesundheitsversorgung nicht beteiligt.
Verwaltungsrat startet in einer ersten Etappe
In einem ersten, zeitnahen Schritt hat der Gesundheitsrat zwei Mitglieder aus Gemeindevorständen (politische Vertretung) in den Verwaltungsrat gewählt: Barbara Aeschbacher aus Sils i.E. und Andrea Fanconi aus Celerina. Die weiteren Mitglieder des Verwaltungsrats, bestehend aus Fachpersonen aus Ökonomie und Gesundheit, werden zeitnah bestellt, sobald der laufende Rekrutierungsprozess abgeschlossen ist. Bis zur vollständigen Konstituierung des Verwaltungsrats übernimmt Andrea Fanconi das Präsidium ad interim. Diese klar befristete Übergangslösung stellt sicher, dass die Neuaufstellung der Gesundheitsversorgung im Oberengadin bis Ende März 2026 gezielt vorangetrieben werden kann.
Der Verwaltungsrat ist das oberste strategisch-operative Führungsorgan von Sanadura. Er bereitet die strategischen Entscheide für den Gesundheitsrat vor und trägt die unternehmerische Verantwortung. Zu seinen dringlichsten Aufgaben gehören derzeit die formelle Gründung von Sanadura, die Verhandlungen mit der Spital Oberengadin AG als neuer Betreibergesellschaft des Spitals in Samedan sowie die Sicherstellung des Betriebs der Alterszentren «Du Lac» in St. Moritz, «Promulins» in Samedan und der Spitex Oberengadin.
«Jetzt zählt die Umsetzung. Zeitnah müssen Grundlagen geschaffen werden, damit die neue Trägerschaft ihre Verantwortung übernehmen und der Übergang für Bevölkerung, Patientinnen und Patienten, Bewohnende, Klienten sowie Mitarbeitende reibungslos erfolgen kann», sagt Andrea Fanconi, Präsident ad interim des Sanadura Verwaltungsrats.
Alterszentren erhalten neue Führung
Die Alterszentren und die Spitex werden von Sanadura sichergestellt. Mit der operativen Führung wurde die casea ag mandatiert. Die Verantwortung liegt bei den Co-Geschäftsführenden und Mitgliedern der Geschäftsleitung, Sabrina Hofstetter und Beat Fellmann der casea ag. Sie schaffen Kontinuität und gestalten gemeinsam mit der Geschäftsleitung die Weiterentwicklung der Alterszentren und der Spitex Oberengadin. Zur neuen Geschäftsleitung gehören zudem Giovanni D’Ambrosio, Leiter Pflege, Betreuung & Soziales, sowie Paola Ceccarelli und Annelies Hiltbrunner, beide Co-Leiterinnen Spitex.
Kontakt für Medienauskünfte:
- Isabel Wenger, Vorsitzende des Gesundheitsrats, isabel.wenger@stmoritz.ch, T 079 678 62 13
- Andrea Fanconi, Verwaltungsratspräsident a.i., andrea.fanconi@celerina.ch, T 078 789 97 62
Sanadura ist die neue öffentlich-rechtliche Anstalt für die Gesundheitsversorgung im Oberengadin. Sie gewährleistet eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Versorgung in der Region, indem sie Gesundheitsleistungen selbst erbringt oder beschafft. Damit löst sie die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin (SGO) ab, die infolge fehlender Finanzierung durch die Gemeinden Ende März 2026 die Betriebstätigkeit einstellen wird. Mit der Bestellung der Organe und ersten operativen Entscheiden schafft Sanadura die Grundlage, um die Gesundheitsversorgung im Oberengadin über den 1. April 2026 hinaus geordnet und verlässlich sicherzustellen.